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Monographie, Sammelwerk oder Erstveröffentlichung zugänglich unter
URN:
OriginaltitelPädagogik als Selbstbezug im Fremdbezug - Ideengeschichtliche Theoriefiguren im Diskurs der Moderne
ParalleltitelPedagogy as self-reference in external-reference - conceptual-historical theory figures in the discourse of modernity
Autor
Originalveröffentlichung2010, 15 S.
Dokument
Schlagwörter (Deutsch)Bildung; Erziehung; Ideengeschichte; Moderne; Pädagogische Theorie; Begriffsbildung; Rousseau, Jean-Jacques; Kant, Immanuel; Schiller, Friedrich von; Humboldt, Wilhelm von
TeildisziplinHistorische Bildungsforschung
Allgemeine Erziehungswissenschaft
DokumentartMonographie, Sammelwerk oder Erstveröffentlichung
SpracheDeutsch
Erscheinungsjahr
BegutachtungsstatusReview-Status unbekannt
Abstract (Deutsch):Die Ausweisung der Pädagogik als Selbstbezug im Fremdbezug verweist auf einen Grunddualismus inmitten derer die Menschheitsgeschichte generell verankert ist: die Stellung des Menschen zwischen Bindung an Natur und Befreiung aus Natur, zwischen Bindung an Kultur und Befreiung aus Kultur. Die Menschheitsgeschichte als Kampf mit den Natur- und Kulturbindungen zu lesen, gehorcht dabei kei­ner fortschrittsideologischen Lesart, sondern sucht vielmehr formale Kriterien der Beschreibung. Dass diese je nach Perspektive, je nach Fragestellung unterschiedlich sind, ist plausibel. Für die Pädagogik als Wissenschaft von Erziehung und Bildung in Praxis muss dieser die Menschheitsgeschichte grundlegende Dualismus for­mal wie folgt präzisiert werden: Im Erziehungsbegriff geht es strukturell um das Verhältnis von Bewirkt-Sein und Wirken, also um Unterweisungsformen, die auf selbstständige Sozial-Werdung hingehen. Die pädagogische Frage inkorporiert hier das Problem von Zwang und Freiheit mit Blick auf Gesellschaft, auf Kultur abgebildet im Verhältnis Erzieher und Zögling. Damit formuliert sich im Erziehungshandeln das pädagogische Problem als Frage, wie Selbstverwirklichung unter der Bedingung funktionaler Zu­griffe institutioneller und gesellschaftlicher Macht hergestellt werden kann. Dagegen bearbeitet der Bildungsbegriff das Wechselverhältnis von Gebildet-Werden und Selbstbil­dung. Strukturell geht es in diesem Bezugsverhältnis um Prozesse, die auf Individualität zielen. Das pädagogische Problem ist hier die Frage, wie in Bildungsprozessen, in Prozessen der Auseinander­setzung mit den Sachen und dem Anderen, ein Selbstverhältnis aufgebaut werden kann. Ein Verhält­nis zu sich selbst heißt bildungstheoretisch gesprochen: Bildungsgüter nicht nur zu erfassen, sondern zu ergreifen, sich ihrer zu bemächtigen. Die formale Beschreibung von Erziehung und Bildung als Verhältnisbegriffe, als Selbstbezug im Fremdbezug, impliziert für pädagogische Theoriebildung zunächst, dass die Spannungsbegriffe zu ermitteln sind, innerhalb derer die Begriffe von Erziehung und Bildung konstituiert werden. Des Weiteren heißt es aber auch und zentral, auszuarbeiten, wie der zugrundeliegende Dualismus in ein Theoriekonzept für Erziehung und Bildung überführt wird. Für die Moderne beschränke ich mich dabei auf Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant, Friedrich Schiller, Wilhelm von Humboldt und Enrique Dussel. Mit den gewählten Bezugsautoren lässt sich zeigen, dass die pädagogischen Fragen von Selbstverwirklichung und Selbstbildung mit sehr unterschiedlichen Figuren der Dualität grundgelegt sind und damit auch unterschiedliche und zum Teil divergierende Theoriekonzeptionen des Pädagogi­schen zur Folge haben. (Autor)
Abstract (Englisch):The designation of pedagogy as self-reference within the frame of external-reference points to a fundamental dualism within which, generally, human history is anchored: the position of man between his attachment to and liberation from nature, between attachment to and liberation from culture. Reading the history of mankind as a struggle against natural and cultural ties does not follow any ideologically-progressive scheme of reading, but rather searches for formal criteria of description. It is plausible that this varies, depending on perspective or the kind of question one raises. For pedagogy, as practical science of education and formation, this fundamental dualism of the history of mankind has to be specified as follows: Structurally, the term of education is about the relationship between what has been effected and effecting, which means it deals with forms of instruction being directed towards becoming socially-independent. In this context, the pedagogical question incorporates the problem of coercion and freedom, taking into perspective social and cultural aspects represented in the educator-pupil relation. In the educational act, the pedagogical problem will be formulated as to how self-realization can be produced on condition of functional access of institutional and social power. In contrast, the formation term operates on the correlation of being-formed and self-formation. Within this frame, this relationship structurally deals with processes which focus on individuality. In this context, the pedagogical problem is the question of how, in educational processes and in processes of arguing about the „Thing“ and the „Other“, a self-relationship can be established. The formal description of education and formation as correlative terms, as self-reference in the external-reference, implies, in view of the formation of an educational theory, that „tension terms“, within which the concepts of education and formation constituted, have to be determined. Furthermore, it also implies to work out how the underlying dualism can be transformed into a theoretical approach in regard to education and formation. As for modernity, I will confine myself to deal with the works of Jean-Jacques Rousseau, Immanuel Kant, Friedrich Schiller, Wilhelm von Humboldt and Enrique Dussel. Focusing on those authors, it can be illustrated that the pedagogical questions of self-realization and self-formation are founded on very different figures of duality and, therefore, will result in different and sometimes divergent conceptions of the pedagogical theory. (Author)
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Eintrag erfolgte am17.11.2010
Empfohlene ZitierungWitsch, Monika: Pädagogik als Selbstbezug im Fremdbezug - Ideengeschichtliche Theoriefiguren im Diskurs der Moderne. 2010, 15 S. - URN: urn:nbn:de:0111-opus-33326
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