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Aufsatz (Zeitschrift) zugänglich unter
URN:


Titel: Die verfehlte Begegnung mit dem Anderen. Psychoanalytische Annäherungen an Emmanuel Lévinas
Autor:
Originalveröffentlichung: Zeitschrift für Pädagogik 45 (1999) 3, S. 373-385
Dokument:
Schlagwörter (Deutsch): Bildung; Kultur; Phänomenologie; Bedürfnis; Erlebnis; Ich; Anderer; Psychoanalyse; Subjektivität; Soziale Beziehung; Interaktion; Psychotherapie; Ethik; Moral; Philosophie; Lévinas, Emmanuel
Pädagogische Teildisziplin: Pädagogische Psychologie
Dokumentart: Aufsatz (Zeitschrift)
ISSN: 0044-3247
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr:
Begutachtungsstatus: Peer-Review
Abstract (Deutsch): Die Schwierigkeiten der Begegnung zwischen Ich und Anderem werden anhand einer klinisch-psychoanalytischen Fallvignette, die von einer narzißtisch getönten Interaktion mit einer jungen Frau mit einer postadoleszentären Identitätskrise handelt, erläutert. In deren selbst- und beziehungszerstörerischen Geschichte der 'neuen Leiden der Seele' scheint sich ein Muster moderner Intersubjektivität widerzuspiegeln. Die Widersprüche einer solchen klinischen Begegnung mit dem Anderen werden nun anhand einiger zentraler Begriffe der Phänomenologie von Emmanuel Lévinas geschärft und vertieft, denen zufolge sich der Weg des Subjekts 'vom Sein zum Seienden' beschreiben läßt: Von einem zunächst objektlosen Sein des reinen 'es gibt' entwickelt sich das Subjekt über eine Zwischenstufe von Vor-Objekten ('Adjekten') zum Seienden als der Welt der Objektbeziehungen, in denen sich das menschliche Begehren intersubjektiv entfalten kann. Der Weg dorthin ist geprägt von Stufen des 'Verfehlens der Begegnung' (Lacan), in deren dialektischer Abfolge stets der Mangel als dynamischer Motor der Intersubjektivität fungiert. Erst aus der Anerkennung dieses Mangels ließe sich eine therapeutische Ethik der Fürsorge, des Seins für den Anderen, im Anschluß an Lévinas plausibel entfalten. Aber auch in dieser bleibt der zerstörerische Untergrund einer traumatischen Gefährdung jeder Intersubjektivität spürbar, die Lévinas als "Illeität", als unaufhebbare Abwesenheit des Anderen ('Spur'), kennzeichnet. (DIPF/Orig.)
Abstract (Englisch): The difficulties of the encounter of the I with the other are explained on the basis of a clinical-psychoanalytical case Vignette dealing with a narcissistically colored interaction with a young woman going through a post-adolescent identity crisis. This women's self- destructive and relation-destructive history of the "new sufferings of the soul" seems to reflect a pattern of modern intersubjectivity. The contradictions of such a clinical encounter with the other are then sharpened and deepened on the basis of central concepts of the phenomenology of Emmanuel Levinas, according to which the subject's path can be described as a path "from being to the existing": from an initially objectless being of the mere "there is" the subject develops via an intermediate stage of pre-objects ("abjects") to the existing as the world of object relations in which the human desire can develop intersubjectively. This path is made up of stages of "missing the encounter" (Lacan) in the dialectical sequence of which deficit always functions as dynamic motor of intersubjectivity. Only through a recognition of this deficit could a therapeutical ethics of caring, of being there for the other, be developed plausibly and in accordance with Levinas. But in this ethics, too, there is still to be felt the destructive Underground of a traumatic threat to all intersubjectivity, designated by Levinas as "illeity", as insuspendable absence of the other ("trace"). (DIPF/Orig.)
weitere Beiträge dieser Zeitschrift: Zeitschrift für Pädagogik Jahr: 1999
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Prüfsummen: Prüfsummenvergleich als Unversehrtheitsnachweis
Eintrag erfolgte am: 22.11.2012
Empfohlene Zitierung: Warsitz, Peter: Die verfehlte Begegnung mit dem Anderen. Psychoanalytische Annäherungen an Emmanuel Lévinas - In: Zeitschrift für Pädagogik 45 (1999) 3, S. 373-385 - URN: urn:nbn:de:0111-opus-59570