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Aufsatz (Zeitschrift) zugänglich unter
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Titel: Die Ignorierung der Linguistik in der Theorie und Praxis des Schriftspracherwerbs. Überlegungen zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von Pädagogik und Phonetik/Phonologie
Autoren: ;
Originalveröffentlichung: Zeitschrift für Pädagogik 46 (2000) 5, S. 753-771
Dokument:
Schlagwörter (Deutsch): Pädagogik; Lernen; Anfangsunterricht; Fonetik; Linguistik; Lesenlernen; Schreiben; Schreibunterricht; Schriftsprache; Kritik; Deutschland
Pädagogische Teildisziplin: Schulpädagogik; Fachdidaktiken
Dokumentart: Aufsatz (Zeitschrift)
ISSN: 0044-3247
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr:
Begutachtungsstatus: Peer-Review
Abstract (Deutsch): Das Folgende kritisiert die Praxis des Schrifterwerbs und seine Forschung, weil ihnen die sprachlich adäquate Folie zur Analyse der Erwerbsprozesse sowie zur systematischen Repräsentation der Schrift fehlen, die auf den Strukturen der gesprochenen Sprache der Kinder basiert. Nicht deren Analyse und Beschreibung bilden den Ausgang der Unterrichtskonzepte zum Schrifterwerb, sondern Buchstaben, von denen angenommen wird, daß sie isolierbare Laute repräsentieren. Neuere Ergebnisse der Phonetik/Phonologie und der Schriftforschung weisen jedoch nach, daß nicht der Laut das Korrelat zum Buchstaben, sondern die Silbe die zentrale Einheit sprachlicher Segmentierungen ist. Diese neueren linguistischen Modellierungen erfordern eine umfassende Neubestimmung des Verhältnisses von Pädagogik und Linguistik. Einige ihrer Konsequenzen werden hier dargestellt. Bezogen auf die Bestimmung der Aufgabe der Kinder am Schriftanfang wird zusätzlich gezeigt, daß die zu leistende lautliche Analyse stark von den jeweiligen dialektalen Varianten der Kinder abhängt. Abschließend werden Desiderate der Schrifterwerbsforschung als Folge der nachweisbaren Notwendigkeit einer Öffnung dieser pädagogisch dominierten Forschung und Konzeptbildung zur Sprachwissenschaft hin bestimmt. (DIPF/Orig.)
Abstract (Englisch): The authors criticize the prevailing practice of the teaching of writing skills and of research in this field because it lacks the adequate linguistic foil for the analysis of the learning processes as well as for the systematic representation of the written language, which ought to be based on the structures of language as it is spoken by children. Neither the analysis nor the description of this language form the basis for the concepts of instruction in writing, rather, this is formed by letters thought to represent isolated sounds. Recent results of research in phonetics/phonology and on the written language, however, show that it is not the sound which constitutes the correlate to the letter but, rather, that the syllable forms the central unit of linguistic segmentation. These more recent linguistic insights demand a comprehensive redefinition of the relation between pedagogics and linguistics. Some of the consequences are outlined here. Relating to the task of children in the early stages of learning how to write it is furthermore shown that the phonetic analysis to be performed depends greatly on the children's respective dialectic variants. In a final part, the authors define the desiderata of research on instruction in writing triggered by the evident opening of this field of pedagogically dominated research and concept formation towards linguistics. (DIPF/Orig.)
weitere Beiträge dieser Zeitschrift: Zeitschrift für Pädagogik Jahr: 2000
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Prüfsummen: Prüfsummenvergleich als Unversehrtheitsnachweis
Eintrag erfolgte am: 06.12.2012
Empfohlene Zitierung: Röber-Siekmeyer, Christa; Spiekermann, Helmut: Die Ignorierung der Linguistik in der Theorie und Praxis des Schriftspracherwerbs. Überlegungen zu einer Neubestimmung des Verhältnisses von Pädagogik und Phonetik/Phonologie - In: Zeitschrift für Pädagogik 46 (2000) 5, S. 753-771 - URN: urn:nbn:de:0111-opus-69227