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Aufsatz (Zeitschrift) zugänglich unter
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Originaltitel: Wahrnehmung der Schwierigkeiten lese- und rechtschreibschwacher Kinder durch die Eltern: Pygmalion im Wohnzimmer?
Paralleltitel: Perception of the problems of poor readers and spellers by the parents – Pygmalion in the living room?
Autoren: ; ;
Originalveröffentlichung: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 50 (2001) 8, S. 622-639
Dokument:
Schlagwörter (Deutsch): Befragung; Wahrnehmung; Test; Eltern; Schuljahr 02; Schuljahr 03; Schuljahr 04; Grundschule; Lernmotivation; Motivation; Lese-Rechtschreib-Schwäche; Lesen; Rechtschreibung; Auswirkung; Entwicklung; Studie; Österreich
Pädagogische Teildisziplin: Pädagogische Psychologie
Dokumentart: Aufsatz (Zeitschrift)
ISSN: 0032-7034
Sprache: Deutsch
Erscheinungsjahr:
Begutachtungsstatus: Peer-Review
Abstract (Deutsch): Im Rahmen einer Längsschnittuntersuchung über die Entwicklung des Lesens und Rechtschreibens während eines Schuljahres, an der über 1800 Kinder aus der 2.–4. Klassenstufe der Grundschule in Wien und Niederösterreich teilnahmen, wurden sowohl die Eltern- als auch die Lehrereinschätzungen der Lese- und Rechtschreibentwicklung erhoben und mit den Testergebnissen verglichen. Auch wurden die Eltern zur Lesemotivation, der Hausaufgabensituation und den Möglichkeiten der häuslichen und außerschulischen Förderung ihrer Kinder befragt. Es zeigte sich eine mäßige Übereinstimmung der Eltern- und Lehrereinschätzungen mit den Testergebnissen, wobei nach einem Strukturgleichungsmodell das Urteil der Eltern nur von den Leistungseinschätzungen der Lehrer und nicht direkt vom testmäßig erfaßten Leistungsstand der Kinder beeinflußt wurde. Der Vergleich von Kindern unterschiedlichen Leistungsstands, bei denen die Eltern entweder Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten berichtet hatten oder nicht, zeigte, daß die Kinder, die in den Augen der Eltern Schwierigkeiten hatten, sowohl bei den Hausaufgaben als auch beim Lesen eine geringere Motivation aufwiesen. Obwohl die Eltern mit diesen Kindern mehr übten und auch häufiger Hilfe außerhalb der Familie in Anspruch nahmen, fielen diese Kinder in ihren Leistungen zurück. Die Befunde mahnen zur Vorsicht bei der Beratung der Eltern von Kindern mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten. Sie weisen auf die Gefahr hin, daß manche Eltern dann, wenn sie die Schwierigkeiten ihrer Kinder wahrnehmen, ihnen negatives Feedback geben und zuviel Druck auf die Kinder ausüben. Eine differenzierte Analyse des familiären Umgangs mit schulischen Leistungsproblemen ist unbedingt anzuraten und deren Notwendigkeit sollte auch in der Lehrerfortbildung stärker betont werden.(DIPF/Orig.)
Abstract (Englisch): The reading and spelling development of 1800 children from grade 2 to 4 in Vienna and Lower Austria was investigated longitudinally over a school year. Teacher and parent judgements of the reading and spelling achievement was compared with test results. The parents were also interviewed by questionnaire about the home work situation, the reading behavior of the children and the possibilities to help the children outside school. A moderate concordance was found between parent and teacher judgements of the achievement levels and the results of readings and spelling tests. According to a structural equation model the judge-ment of the parents was only influenced by the judgements of the teachers and not by the achievement levels indicated in the test results. The comparison of children with different achievement levels, where the parents either assumed that the children had reading and spell-ing difficulties or not, showed that children with difficulties in the eyes of the parents had motivation problems in the homework situation and with reading. Despite the increased practice with the parents and the higher frequency of professional help for these children their progress in reading and spelling during the school year was less than that of other children. This reminds us to be careful in counseling parents of children with reading and spelling difficulties. It emphasizes the danger, that some parents exert to much pressure when they become aware of the reading and spelling difficulties of their children. A detailed analysis of the handling of academic achievement problems in the family seems indicated and this should also be stressed in the further education of teachers.(DIPF/Orig.)
weitere Beiträge dieser Zeitschrift: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie Jahr: 2001
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Prüfsummen: Prüfsummenvergleich als Unversehrtheitsnachweis
Eintrag erfolgte am: 25.02.2010
Empfohlene Zitierung: Gasteiger Klicpera, Barbara; Klicpera, Christian; Schabmann, Alfred: Wahrnehmung der Schwierigkeiten lese- und rechtschreibschwacher Kinder durch die Eltern: Pygmalion im Wohnzimmer? - In: Praxis der Kinderpsychologie und Kinderpsychiatrie 50 (2001) 8, S. 622-639 - URN: urn:nbn:de:0111-opus-9234