Kooperieren mit pedocs

Informationen für Verlage und Herausgeber

Das am Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) aufgebaute und gepflegte Repositorium pedocs bündelt erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Literatur und stellt sie entsprechend der Berliner Erklärung für kosten­freien Zugang zu wissenschaftlicher Information zur Verfügung. Die Vorteile des Open Access für die Wissenschaft liegen auf der Hand: Wissenschaftliche Erkenntnisse sind schneller zugänglich, können leichter verarbeitet werden und erzielen eine höhere Reichweite. Zur Akquise wissenschaftlicher Fachliteratur arbeitet pedocs mit renommierten Wissenschafts­verlagen in unterschiedlichen Kooperationsmodellen zusammen. pedocs geht auf die Verlage zu und ist auf allen Fachmessen (Buchmesse, Didacta etc.) und wissenschafts­rele­vanten Kongressen (DGfE-Kongresse etc.) präsent.
Gern können Sie aber auch direkt mit uns Kontakt aufnehmen.

Content-Akquise über Verlagskooperationen

Bei der Kooperation mit Verlagen und Herausgebern verfolgt pedocs als fachliches Repositorium den "grünen Weg" des Open Access, also die Zweitveröffentlichung bzw. Nachnutzung von gleichzeitig oder zuvor als Print-Publikation erschienenen Texten. pedocs akquiriert ganz bewusst vorrangig Volltexte in der Verlags­fassung bzw. im Verlagslayout. Damit wird der wissenschaftlichen Fachgemeinschaft qualitätsgeprüfter und einheitlich zitierfähiger Content zur Verfügung gestellt. Da die Qualitätsprüfung und Veredelung wissenschaftlicher Literatur nicht zum Nulltarif zu haben sind und Verlage kostenorientiert arbeiten müssen, ist pedocs im Rahmen der Kooperationen stets um eine win-win-Situation für beide Seiten bemüht. Das zeigt sich zum einen in unter­schied­lichen Kooperationsmodellen und zum anderen in zusätzlichen Dienstleistungen - bis hin zu einem Partnermarketing. Regelmäßige Verlegertreffen dienen dem Austausch über den Umgang mit Open Access zu wissenschaftlichen Forschungsergebnissen, wie er von den Wissenschafts- und Förderinstitutionen gefordert ist.

Seit Ende 2008 konnten mehr als 30 feste Part­ner gewonnen werden. In der Regel handelt es sich dabei um publikationsstarke Verlage mit erziehungswissenschaftlichem und fachdidaktischem Profil. Mehr Informationen finden Sie in der Übersicht über die Kooperationspartner.
Die Zusammenarbeit regeln schriftliche Vereinbarungen, die auf der Grundlage eines Mustervertrags individuell gestaltet werden.

Von bislang 8000 akquirierten Volltexten stammen rund 80% aus Verlagskooperationen. Über 90% der Volltexte stehen zur einheitlichen Zitierfähigkeit in der Verlagsfassung zur Verfügung.

Warum pedocs ein interessanter Partner für die Verlage ist.

Der Dokumentenserver pedocs bietet eine zusätzliche Distributionsschiene für erziehungswissenschaftliche und fachdidaktische Literatur. Insbesondere für Zeitschriften und andere Periodika bedeutet die Online-Verfügbarkeit eine erhöhte Sichtbarkeit und dadurch eine signifikante Steigerung der Zitationsquoten. Wichtige Argumente für die Verlage hinsichtlich einer Zusammenarbeit mit pedocs sind der in vollem Umfang gewährleistete Schutz des Urheberrechtes, die Einbindung der Verlagsinhalte in das Fachportal Pädagogik sowie der - damit einhergehende - Nachweis in der FIS Bildung Literaturdatenbank, der umfassendsten deutschsprachige Nachweisdatenbank für Erziehungswissenschaften. Das Fachportal Pädagogik ermöglicht eine hohe Such- und Auffindbarkeit der auf pedocs eingestellten Volltexte in der Fachwissenschaft, wodurch sowohl Werk als auch Verlag beworben werden. Zudem stellt pedocs in Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) über die Vergabe einer dauerhaften URN die elektronische Langzeitverfügbarkeit und Langzeitarchivierung der Volltexte sicher. Über eine regelmäßige Rückführung der in neuere elektronische Formate migrierten Volltexte werden diese auch in ferner Zukunft über pedocs verfügbar sein.

pedocs wird von den Verlagen daher insbesondere als ein Marketinginstrument wahrgenommen, von dem - angepasst an das eigene Verlagsprogramm - eine positive Rückkoppelung auf das Kerngeschäft - den Vertrieb und den Verkauf von Büchern - erwartet wird.

Kooperationsmodelle

Grundsätzlich werden Monographien sowie unselbstständige Literatur in Form von Sammelwerksbeiträgen und Zeitschriftenaufsätzen (jedoch keine Kapitel) als Volltexte erschlossen und verfügbar gemacht. Für Verlage bedeutet das eine zusätzliche Distrubutionsschiene für ihre Veröffentlichungen. Damit die Volltexte durchsuchbar sind und in die Langzeitarchivierung überführt werden können, benötigen wir ungeschützte pdfs ohne Sicherheitsmaßnahmen sowie - soweit vorhanden - die dazugehörigen Metadaten.

Die Modelle, die sich in der Kooperation mit den Verlagen herausgebildet haben, stehen klar in dem Bemühen, einerseits der Wissenschaft wertvollen Content zur Verfügung zu stellen und andererseits die Verlage über die Erfüllung spezifischer Marketingfunktionen in ihrem Vertriebsgeschäft gezielt zu unterstützen. Gleichzeitig bieten die Modelle allen Beteiligten die Möglichkeit, den Umgang mit Open Access zu erproben und etwaige Auswirkungen auf den Absatz der Print-Ausgaben zu beobachten.

Nach Nutzungshäufigkeit chronologisch aufgeführt, werden die verschiedenen Kooperationsmodelle im Folgenden kurz beschrieben.

Modell "Selective Access": Der "Selective Access" bezeichnet die auszugsweise Verfügbarmachung eines Titels, also die Bereitstellung von Sammelwerksbeiträgen oder Zeitschriftenaufsätzen. Diesem Modell wird ein hoher Teaser-Effekt zur Bewerbung des Gesamtwerks zugeschrieben. Daher entscheiden zahlreiche Verlage, jeweils einen oder mehrere Beiträge aus brandaktuellen Sammelwerken gleichzeitig oder sogar vor der Print-Ausgabe im Open Access auf pedocs verfügbar zu machen. Aber auch ältere Sammelwerke oder Zeitschriftenhefte werden mit diesem Modell noch einmal gezielt in der Fachgemeinschaft präsentiert. Als besonderes "Add-on" bietet pedocs die Funktion der "Bestellmöglichkeit" an, die den Nutzer von dem Sammelwerksbeitrag direkt zur Bestellmöglichkeit für das Gesamtwerk über buchhandel.de online führt.

Modell "Delayed Access": Im "Delayed Access" werden Titel nach einer Embargofrist auf pedocs zweitveröffentlicht. Über die Länge der Embargofrist entscheiden die Verlage. Der Richtwert der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) liegt bei einem Jahr. Der "Delayed Access" wird von Verlagen oft dann gewählt, wenn sich die Kosten für einen Titel durch den Verkauf amortisiert haben und eine kostenfreie Bereitstellung auch von Verlagsseite erstrebenswert scheint. Die einzelnen Modelle stehen natürlich nicht für sich allein und können miteinander kombiniert werden. Erfahrungen haben gezeigt, dass dem "Selective Access" auch in Verbindung mit dem "Delayed Access" eine wichtige Teaserfunktion zukommt, etwa wenn Einzelbeiträge eines älteren Sammelwerks im Open Access verfügbar sind.

Modell "Vergriffene Werke": Eine besondere Form des "Delayed Access" stellt die Verfügbarmachung von vergriffenen Titeln dar. Sie können ohne Kosten für den Verlag der Wissenschaftsgemeinschaft erneut zugänglich gemacht werden - noch dazu online. In diesem Modell werden meist komplette Monographien und ältere Zeitschriftenbestände auf dem Wege des Open Access bereitgestellt.

Modell "Retrodigitalisierung": Da ältere und vergriffene Titel digital oft noch nicht verfügbar sind, kann pedocs vorbehaltlich verfügbarer Mittel die Digitalisierung von Büchern und Zeitschriftenjahrgängen übernehmen. Bedingung dafür ist, dass die Titel anschließend auch auf pedocs veröffentlicht werden. Der Verlag erhält in diesem Fall eine Kopie der Digitalisate zur Komplettierung seines Bestandes an digitalen Veröffentlichungen.

Modell "Open Access Direct": Dieses Modell bezeichnet die zeitgleiche Veröffentlichung von Print- und Open Access-Ausgabe. Die zeitgleiche Veröffentlichung kann sich dabei auf einzelne Beiträge aus einem Sammelwerk beziehen oder aber - wie in diesem Modell vorrangig angedacht - auf komplette Monographien.

Modell: „Supplemental Open Access“. Neben den verschiedenen Modellen zur Zweitveröffentlichung bieten wir Verlagen auch eine Erstveröffentlichung an. In Frage dafür kommen z.B. Beiträge, die aus Platzmangel keine Aufnahme in die Print-Publikation gefunden haben oder auch zusätzliche Begleitmaterialien, Forschungsdaten etc.

Weitere Serviceleistungen für Verlage: Partnermarketing

Beinhalten die einzelnen Kooperationsmodelle bereits verschiedene Marketingoptionen zur Bewerbung von Verlag und Werk, so kann das DIPF als nationales Zentrum für Bildungsforschung und Bildungsinformation, das eng in die Wissenschafts-Community eingebunden ist, viele weitere Möglichkeiten eröffnen, das Kerngeschäft der Verlage zu unterstützen. pedocs bietet hier folgende weitere Serviceleistungen:

  • Standardisiertes Titelblatt für alle Volltexte, welches unter Hinzunahme des Verlagslogos auf den Ort der Erstveröffentlichung hinweist;
  • Bewerbung des Verlag-Contents auf weiteren Portalen des DIPF;
  • monatliche Downloadstatistik über alle vom Verlag eingestellten Titel;
  • standardmäßige Verknüpfung jedes Titels zum www.buchhandel.de;
  • Bewerbung des Verlages auf der pedocs-Kooperationsseite;
  • Organisation von regelmäßigen Verlegertreffen.

Inhaltlicher Scope und Zusammenarbeit mit weiteren sozialwissenschaftlichen Repositorien

Der Scope von pedocs reicht von der allgemeinen Erziehungswissenschaft über die Schul-, Sonder -, Berufs- und Medienpädagogik, die Pädagogische Psychologie bis hin zur Bildungs- und Schulpolitik, zur Bildungsgeschichte und zu den Fachdidaktiken. Im Sinne der Nutzerfreundlichkeit und der notwendigen inhaltlichen Profilierung, wie sie auch im Rahmen der Zertifizierung gefordert wird, werden auf pedocs keine Titel veröffentlicht, die eindeutig der sozialwissenschaftlichen, soziologischen, psychologischen bzw. wirtschaftswissenschaftlichen Forschung zuzuordnen sind. pedocs arbeitet jedoch eng mit den fachlichen Dokumentenservern aus diesen Disziplinen (SSOAR, PsyDok und EconStore) zusammen und vermittelt mit Einverständnis der Verlage Content und Kontakte an diese weiter.

Kontakt

Wenn Sie als Verlag, wissenschaftliche Gesellschaft oder Herausgeber mit pedocs kooperieren möchten oder weitere Auskünfte zum Projekt wünschen, wenden Sie sich bitte an:

Dr. Ute Paulokat (pedocs@dipf.de)
Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
Informationszentrum (IZ) Bildung
Schloßstr. 29
60486 Frankfurt
Tel.: +49 (0) 69-24708-318

Stand: 07.04.2015