Suche

Erweiterte Literatursuche

Ariadne Pfad:

Inhalt

Detailanzeige

Titel
Edward Wilmot Blyden – ein panafrikanischer Pädagoge des 19. Jahrhunderts
Autor
OriginalveröffentlichungDatta, Asit [Hrsg.]; Lang-Wojtasik, Gregor [Hrsg.]: Bildung zur Eigenständigkeit. Vergessene reformpädagogische Ansätze aus vier Kontinenten. Frankfurt/M. : IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation 2002, S. 99-113. - (Historisch-vergleichende Bildungs- und Sozialisationsforschung; 6)
Dokument  (382 KB)
Lizenz des Dokumentes Deutsches Urheberrecht
Schlagwörter (Deutsch)
Teildisziplin
DokumentartAufsatz (Sammelwerk)
SpracheDeutsch
Erscheinungsjahr
Begutachtungsstatus(Verlags-)Lektorat
Abstract (Deutsch):In der nachkolonialen Diskussion um Bildung in Afrika ist häufig die Rede von der Notwendigkeit einer Afrikanisierung des aus der Kolonialzeit ererbten Schulwesens europäischen Typs, da es in seinen Inhalten und Zielen nicht den afrikanischen Realitäten entspräche. Übersehen wird dabei oft, dass dieser Diskurs keine Erfindung der nachkolonialen Phase darstellt, sondern dass afrikanische Pädagogen sich schon Generationen vorher mit dieser Frage auseinandergesetzt haben. Aus den Reihen solcher Eigeninitiativen hat Edward Wilmot Blyden (1832-1912) die bis heute kontrovers diskutierte Option der ‚Afrikanisierung‘ in seinem Denken und Handeln schon im 19. Jh. pointiert formuliert. Hierbei befasste er sich intensiv mit Christentum, Islam und der alten ägyptischen Hochkultur. Er berücksichtigte die Klassischen Bildungstraditionen Europas ebenso wie die der Islamischen Welt und die afroamerikanische Geschichte der Karibik und der Vereinigten Staaten. Das Lebenswerk von E.W. Blyden wird historisch in den transatlantischen Dreieckshandel zwischen der Karibik, Westeuropa und Westafrika eingeordnet und – laut der Welt-System-Analyse von Immanuel Wallerstein – unter den historischen Bedingungen der Inkorporation in das sog. Moderne Weltsystem analysiert. E.W. Blyden erweitert auf diese Weise den bisher überwiegend auf westliche Länder fokussierten internationalen reformpädagogischen Diskurs um die Stimmen eines im Bildungswesen und in der Bildungspolitik vielfach engagierten afrikanischen Gelehrten des sog. langen 19. Jahrhunderts. (Autorin)
Abstract (Englisch):In the post-colonial debate on education in Africa, there is frequent talk of the need to ‘Africanise’ the European-style school system inherited from the colonial era, as its content and objectives are said not to reflect African realities. What is often overlooked, however, is that this discourse is not an invention of the post-colonial era, but that African educators had already been grappling with this issue since generations before. It was from among such independent initiatives that Edward Wilmot Blyden (1832–1912) had already, as early as the 19th Century, clearly articulated in his thinking and actions the option of ‘Africanisation’ – a concept that remains the subject of controversy to this day. In doing so, he engaged intensively with Christianity, Islam and the ancient Egyptian civilisation. He took into account the classical educational traditions of Europe as well as those of the Islamic world and the African-American history of the Caribbean and the United States. E.W. Blyden’s life’s work is historically situated within the transatlantic triangular trade between the Caribbean, Western Europe and West Africa and – according to Immanuel Wallerstein’s World-Systems Anaylsis – analysed within the historical context of incorporation into the so-called modern world-system. In this way, E.W. Blyden broadens the international discourse on progressive education – which has hitherto focused predominantly on Western countries – to include the views of an African scholar from the so-called ‘long 19th century’ who was deeply involved in both the education system and education policy. (Author)
Beitrag in:Bildung zur Eigenständigkeit. Vergessene reformpädagogische Ansätze aus vier Kontinenten
Statistik
Prüfsummen
Eintrag erfolgte am14.08.2026
QuellenangabeAdick, Christel: Edward Wilmot Blyden – ein panafrikanischer Pädagoge des 19. Jahrhunderts - In: Datta, Asit [Hrsg.]; Lang-Wojtasik, Gregor [Hrsg.]: Bildung zur Eigenständigkeit. Vergessene reformpädagogische Ansätze aus vier Kontinenten. Frankfurt/M. : IKO - Verlag für Interkulturelle Kommunikation 2002, S. 99-113. - (Historisch-vergleichende Bildungs- und Sozialisationsforschung; 6) - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-360961 - DOI: 10.25656/01:36096
Dateien exportieren

Inhalt auf sozialen Plattformen teilen