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Titel
Wer leidet unter dem "Igelsyndrom" in Anlauttabellen: Kinder, die lesen und schreiben lernen wollen – oder linguistische Expert*innen?
Autoren
Originalveröffentlichung2025, 8 S.
Dokument  (256 KB)
Lizenz des Dokumentes Deutsches Urheberrecht
Schlagwörter (Deutsch)
Teildisziplin
DokumentartMonographie, Sammelwerk oder Erstveröffentlichung
SpracheDeutsch
Erscheinungsjahr
BegutachtungsstatusReview-Status unbekannt
Abstract (Deutsch):Anlauttabellen sind Werkzeuge. Wie jedes Werkzeug haben sie einen bestimmten Zweck. Im Spracherfahrungsansatz haben Anlauttabellen drei klar definierte Funktionen: 1. Sie sollen helfen, dass Anfänger*innen die Schrift als ein Medium nutzen können, um persönlich wichtige Gedanken oder Erfahrungen festzuhalten und anderen mitzuteilen; 2. sie ermöglichen den Kindern, durch eigenes Probieren und den Austausch mit anderen Kindern und mit der Lehrerin, die grundlegende Einsicht in den Aufbau unseres alphabetischen Systems zu gewinnen: Laute können mit der Hilfe von Buchstaben so verschriftet werden, dass die aufgeschriebene Buchstabenfolge von anderen wieder in die zeitliche Lautfolge eines Wortes übersetzt werden kann; 3. im Gebrauch gewinnen die Kinder zudem ein Grundrepertoire an Graphem-Phonem-Korrespondenzen, mit dem sie jedes unbekannte Wort lesbar verschriften können. Die Qualität von Anlauttabellen bemisst sich nicht an optimaler Passung auf orthographische Modelle. Es kommt vielmehr darauf an, wie gut sie geeignet sind, Kindern bei den oben genannten drei Lernschritten zu helfen. Dafür sind linguistische Vereinfachungen unvermeidlich. Die Tabellen auf Anlaute zu beschränken und deshalb z. B. auf das <ie> zu verzichten (das es ja im Anlaut nicht gibt), rechtfertigt sich daraus, dass der Aufbau der Tabelle so für die Kinder stringenter und diese damit leichter zu handhaben ist, als wenn verschiedene Logiken (und damit Zugriffsweisen) kombiniert werden. Anlauttabellen wurden nicht dafür entwickelt, Rechtschreibung zu lernen. Der Einsatz von Anlauttabellen beschränkt sich deshalb bewusst auf die Einstiegsphase des Schriftspracherwerbs. Und viele Studien zeigen: Anfängliche Vereinfachungen – und damit auch orthographisch nicht korrekte Schreibungen - prägen sich nicht ein, wie oft fälschlich behauptet wird. (Autor)
Abstract (Englisch):In our paper, we explore the role of Anlauttabellen as tools in the early stages of literacy development, emphasizing their specific functions in helping children express personal thoughts, understand the alphabetic system, and build a foundational repertoire of grapheme-phoneme correspondences. We argue that while linguistic simplifications are necessary, the effectiveness of these tables lies in their ability to support children's learning rather than conforming to strict orthographic models. (Author)
Statistik
Prüfsummen
Eintrag erfolgte am16.12.2025
QuellenangabeBrinkmann, Erika; Brügelmann, Hans: Wer leidet unter dem "Igelsyndrom" in Anlauttabellen: Kinder, die lesen und schreiben lernen wollen – oder linguistische Expert*innen? 2025, 8 S. - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-344851 - DOI: 10.25656/01:34485
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