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Originaltitel
Die Vergessenen. Einblicke in kriteriale Präferenzen und die Gewichtung von mündlichen Schulnoten durch Lehrpersonen
ParalleltitelThe forgotten ones. Insights into criteria preferences and the weighting of teacher-assigned oral grades
Autoren
OriginalveröffentlichungZeitschrift für Erziehungswissenschaft 29 (2026) 3, S. 763-788 ZDB
Dokument  (759 KB)
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Schlagwörter (Deutsch)
Teildisziplin
DokumentartAufsatz (Zeitschrift)
ISSN1434-663X; 1862-5215; 1434663X; 18625215
SpracheDeutsch
Erscheinungsjahr
BegutachtungsstatusPeer-Review
Abstract (Deutsch):Die Genese, Bedeutung und Aussagekraft von Schulnoten sind seit vielen Jahrzehnten Gegenstand gesellschaftspolitischer und wissenschaftlicher Debatten. Neben Forschungsarbeiten, die explizit Schulnoten untersuchen, erfüllen diese in zahlreichen Studien auch eine wichtige Funktion als Kontrollvariable. Somit fußt ein nicht unbeträchtlicher Anteil bildungswissenschaftlicher Forschungsarbeiten und Erkenntnisse, wenn nicht explizit, so zumindest partiell, auf Schulnoten und hier vorrangig auf Zeugnisnoten. Auffällig ist, dass zu mündlichen Noten bisher kaum Forschungsarbeiten existieren, obwohl ihnen rechtlich ein substanzielles Gewicht bei der Bildung von Zeugnisnoten eingeräumt wird. Bisher ist daher noch weitgehend unklar, welche Kriterien Lehrkräfte bei der Bildung mündlicher Noten verwenden, ob sich unterschiedliche LehrerInnentypen bei der Wahl dieser Kriterien identifizieren lassen und welche Bedeutung mündliche Noten für Lehrpersonen bei der Bildung von Zeugnisnoten haben. In der vorliegenden Studie werden diese Forschungsfragen auf der Grundlage einer für Deutschland repräsentativen Stichprobe von 762 Lehrpersonen der Sekundarstufe I näher beleuchtet. Die Ergebnisse legen nahe, dass Lehrkräfte insbesondere Qualitätskriterien bei der Bildung mündlicher Noten berücksichtigen, aber auch Aspekte des Arbeits- und Sozialverhaltens relevant sind. In latenten Klassenanalysen ließen sich drei Lehrkraft-Typen identifizieren: Eine Gruppe (All In-Gruppe; 49 %), die nahezu allen Kriterien bei der Leistungsbeurteilung eine hohe Bedeutung zuschrieb, eine zweite Gruppe (Quali-Gruppe; 18 %), die angab, primär Qualitätskriterien mündlicher Leistungen zu berücksichtigen, und eine dritte Gruppe, die neben den Qualitätskriterien auch Kriterien des Arbeits- und Sozialverhaltens (Quali-Plus; 33 %) bei der Bildung mündlicher Noten einbezog, für die aber z. B. die Heftführung und Hausaufgaben weniger wichtig waren als für die All In-Gruppe. Die Bedeutung einer vertieften Berücksichtigung und Untersuchung mündlicher Noten in erziehungswissenschaftlichen Studien wird diskutiert. (DIPF/Orig.)
Abstract (Englisch):The genesis, meaning, and significance of school grades have been subjects of socio-political and scientific debates for many decades. Beyond research specifically focused on school grades, they serve an important role as a control variable in many studies. Thus, a substantial amount of educational research and knowledge is based on grades, primarily report card grades. However, remarkably few studies focus on oral grades, even though they hold significant legal weight in the formation of report card grades. So far, it remains largely unclear which criteria teachers use when assigning oral grades, whether there are specific preference groups among teachers in selecting criteria, and to what extent teachers consider oral grades when determining report card evaluations. This study investigates these aspects in greater detail and is based on a representative sample of 762 lower secondary school teachers from Germany. The results suggest that teachers particularly consider quality criteria when assigning oral grades but that aspects of work and social behavior were also relevant. Three groups of teachers were identified in latent class analyses: Teachers in the first group (All-in group; 49%) assigned high importance to nearly all criteria. Teachers in the second group (Quali group; 18%) focused mainly on the quality criteria of oral performance. Teachers in the third group (Quali plus group; 33%) included criteria related to work and social behavior in addition to the quality criteria when evaluating oral performance, but for whom, for example, notebook organization and homework were less important than for the All-in group. The significance of explicitly considering and investigating oral grades in educational research will be discussed. (DIPF/Orig.)
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Prüfsummen
Eintrag erfolgte am17.07.2026
QuellenangabeHübner, Nicolas; Kohler, Britta; Neumann, Marko; Becker, Michael: Die Vergessenen. Einblicke in kriteriale Präferenzen und die Gewichtung von mündlichen Schulnoten durch Lehrpersonen - In: Zeitschrift für Erziehungswissenschaft 29 (2026) 3, S. 763-788 - URN: urn:nbn:de:0111-pedocs-357103 - DOI: 10.25656/01:35710; 10.1007/s11618-026-01381-z
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